Es gibt verschiedene Wege, um zu fotografieren. Zum Beispiel, sich an Allgemeinwissen, an Vorbildern oder – und darum geht es in diesem Buch – an sich selbst und seinen Empfindungen zu orientieren. Dieses Fotosachbuch ist ebenso ein Werk für Persönlichkeitsentwicklung. Fotografie hat immer auch mit uns selbst zu tun. Es ist ein mutiges Buch für mutige Menschen – und genau aus diesem Grund ist es gewinnbringend und sehr lesenswert!
Eine inspirierende fotografische Reise
Auf dieses Fotobuch bin ich zufällig gestossen. Mein Bruder hat die Werbung in einer Fotozeitschrift entdeckt und mich darauf aufmerksam gemacht. Der Begleittext dazu hat mich sehr angesprochen. Zum einen, weil ich gerne entdecke und zum anderen, weil ich den Eindruck hatte, fotografisch in einer Sackgasse gelandet zu sein.
Da stand etwas von einer «inspirierenden Reise». Von einem «Begleiter zum fotografischen Selbst».
Wer wünscht sich das nicht? Und so habe ich den Rheinwerk Verlag um ein Belegexemplar gebeten und es grosszügigerweise umgehend erhalten. Bereits in meinen Händen fühlt es sich gut an. Auch beim kurzen Durchblättern werden meine Erwartungen bereits erfüllt. Denn ich sehe keine fixen Anleitungen.
Als Leser fühle ich mich als mündig wahrgenommen. Als einer, der seinen eigenen fotografischen Weg finden will.
Zugegeben, die Fragen mögen auch unsere Persönlichkeit herausfordern. Doch wer sich auf diesen Weg machen will, wer seine persönliche Landkarte erkunden will, darf sich nicht (nur) an Allgemeinwissen orientieren. Sondern an dem, was in einem selbst drin ist. Ebenso verhält es sich in meiner Tätigkeit als Enneagramm-Coach. Die Lösung liegt im Gegenüber.
Es geht nicht um Anleitungen. Es geht um die richtigen Fragen. Um Impulse.
In den folgenden Zeilen stelle ich «Landkarte deiner Fotografie» von Robert Mertens aus dem Rheinwerk Verlag vor. Ein Buch, das viel bewirken kann. Fotografisch und persönlich.
Die Themen dieses Artikels im Überblick
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Was dieses Entwicklungsbuch bietet
Erinnern Sie sich? Früher haben einige Fotografen ihre Bilder selbst entwickelt. Auch heute gibt es sie noch. Diese Ausrüstung war und ist wohl immer noch teuer. Nicht jeder kann es sich leisten.
Nun eröffnet sich eine Möglichkeit, dass alle sich Entwicklung leisten können. Nämlich diejenige von sich selbst.
Denn dazu fordert mich «Landkarte deiner Fotografie» auf.
Orientierung. Beobachtung. Gestaltung.
Der Fokus liegt auf drei Schwerpunkten, die unseren Bildern – und wohl auch uns selbst – mehr Tiefe verleihen: Orientierung. Beobachtung. Gestaltung. Dies mit den Themen:
- Grenzen.
- Neuland.
- Kompass.
- Entdecker.
- Leuchtturm.
- Wegmarken.
- Zeitfalten.
- Utopia.
- Koordinaten.
- Spiegelwelten.
- Knotenpunkte.
- Schatzinsel.
Die Themen werden mit 350 Fragen bedient. Fragen wie
- Was könnte dir den Aufbruch erleichtern?
- Was wirst du auf deiner Reise durch dein fotografisches Neuland entdecken?
- Welcher Wendepunkt hat dich am meisten herausgefordert? Was hast du daraus gelernt?
- Was macht ein Bild für dich perfekt?
- Gibt es ein Bild, das du gerade wegen einer kleinen Abweichung besonders magst?
- Bist du bereit, zu scheitern?
Die Fragen sind immer auf der linken Seite aufgeführt. Auf der rechten befinden sich zu den meisten Fragen kleine Erläuterungen, die die Fragen verständlicher machen. Die den gedanklichen Prozess unterstützen.
Hier ein kurzer Einblick:
Mein Erleben: wahrnehmen, wirken lassen
Reflexion gehört schon seit einiger Zeit in meinen Lebensalltag. Auch Selbsterfahrung ist mir wichtig. Aus meiner Vergangenheit weiss ich, dass selbst Wege zu finden in mir viel mehr Lernbereitschaft auslöst als vorgekaute Anleitungen. Meiner Haltung wird «Landkarte deiner Fotografie» also sehr gerecht.
Wenn ich die Fragen auf der linken Seite lese und die Impulse dazu auf der rechten, tauche automatisch in meine Gedankenwelt ein. Eine solche Auszeit nehme ich mir bewusst immer wieder. Manchmal auch am Abend. Und wenn ich schlafen gehe, begleiten mich Fragen. Zum Beispiel «Welches Ritual hilft dir beim Fotografieren?» Während ich langsam einschlafe, gehen mir Worte durch den Kopf wie:
- Ruhe
- Atmen
- Bei mir sein
- Teil der Natur sein
- den Blick weiten
- Bewegung und Licht
- wahrnehmen
- auf Veränderung achten
- Geschichten spüren
- Respekt vor der Natur haben
Das sind Rituale für mich. Sie versetzen mich in die richtige Haltung. Und dann lasse ich mich überraschen. Von dem, was vor meinen Augen entsteht. Was sich entwickelt. Auch meine Bildidee. Mein Erleben. Meine Gefühle beim Betrachten der Kompositionen.
Auswirkungen des Buches bei mir
- Ich komme nicht mehr mit mehreren Hundert Bildern nach Hause, von denen ich die meisten eh löschen werde.
- Ich checke meine bisherigen Bilder durch, beurteile sie mit einem neuen Blick. Und ich lösche eine Vielzahl meiner Bilder, weil sie nichts mit mir zu tun haben. Mich nicht ausmachen.
- Ich entdecke, dass ich oft aus dem Hintergrund heraus beobachte. Wert auf einen möglichst real abgebildeten Lebensraum von Tieren und Landschaften achte.
- Ich merke, wie wichtig mir Authentizität ist. Statt klinisch reine Bilder darf Wahrheit, auch Chaos und Natürlichkeit sichtbar sein.
- Statt alles abzubilden, konzentriere ich mich auf das Andeuten und lasse das Kopfkino zu.
- Einige Bilder, die ich als schlecht eingestuft hatte, haben plötzlich eine enorme Anziehungskraft auf mich.
Und. Und. Und …
Testen. Testen. Testen.
Das Resultat einiger meiner etwas anderen Fotos. Von spürbarer Orientierung an Fotoregeln, bis hin zum mutigen Loslassen und ausprobieren.
-Der Autor
Markus Botzek, fotografiert seit seiner Berufszeit, hat mehrere Fotobücher veröffentlicht
Von Robert Mertens habe ich bisher noch nichts gewusst – aber in kurzer Zeit viel gelernt! Laut Buchtext beschäftigt er sich intensiv mit kreativen Prozessen und der Entwicklung einer persönlichen Bildsprache. Diese Einstellung ist in «Landkarte deiner Fotografie» nicht nur spür- sondern auch sichtbar. Die Bilder im Buch sind alle bei Spaziergängen mit seinem Hund Fido in dem kleinen Waldstück vor seinem Haus entstanden. Nebenbei und mit minimaler Ausrüstung. Auf der Suche nach überraschenden visuellen Ideen in einem unscheinbaren, alltäglichen Umfeld. Das ist ihm vollumfänglich gelungen! - Webseite mertens.de - Facebook - INSPIRATION – LEICA AKADEMIE, Heidi und Robert Mertens: Rezension
Zielgruppe und Preis
Altersbeschränkung gibt es keine. 😉 Das Buch ist für alle angehenden Fotograf:innen geeignet, die nicht den Mainstream fördern, sondern ihre Sichtweisen, ihre Motive, ihre Geschichten darstellen möchten.
Es geht
- ums selbst Entdecken
- ums wirken Lassen
- um die innere Entwicklung
- um das Finden eigener Bildideen
Heisst: Es geht auch um Zeit und Geduld. Ein Ja zu sich selbst oder die Bereitschaft, dieses Ja zuzulassen.
Risiken und Nebenwirkungen
Wie bei Medikamenten gibt es auch gewisse Risiken, die ich persönlich als Chancen sehe.
Wer sich auf Robert Mertens und seine Gedanken in diesem Buch einlässt, wird verändert. Sieht die Welt anders. Das lohnt sich. Definitiv!
Ist aber auch eine Herausforderung, die vielleicht Gespräche mit Gleichgesinnten nötig macht.
Der Preis ist die Bereitschaft, sich auf seine Gedanken und Impulse einzulassen (die von Robert Mertens und die eigenen) und neue Sichtweisen zuzulassen.
Fazit
Hammer!
Blog-Beiträge: Meine Erfahrungen mit der Naturfotografie

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